Knospen als die geballte und vitale Kraft

Wahrnehmung, Nahrung, Medizin

Wahrnehmung

In der Winterzeit verschwinden die typischen und markanten Merkmale eines Stauches oder Baumes. Die Blätter und Früchte sind nicht mehr da. So verändert sich auch die Wahrnehmung und die Beziehung zu ihnen. Der Blick geht jetzt mehr ins Detail und eine ungeahnte Tiefe und Individualität tut sich auf!

Die kalte Jahreszeit lässt Wuchsform, Rinde und die Knospen in den Vordergrund treten. Sie verlinkt uns jetzt mit den Vegetariern in der Tierwelt! Ja, du kannst Bäume anhand ihrer Knospen bis zu ihrer Gattung bestimmen. Das ist genial und simpel!

Lange bevor die Blätter abfallen, die Herbststürme übers Land ziehen und der erste Schnee fällt sind die Knospen schon fix und fertig eingepackt. Sie sind mit allem Nötigen fürs nächste Jahr ausgestattet und bereit zu gegebener Zeit ihre Vision zu entfalten!

Bestimmungshilfen bei Knospen

Starte deine Knospenbestimmung bei einjährigen Astteilen

  1. Farbe und Form der Knospe: Die Farbpalette von Knospen variiert sehr stark. Von schwarz über rot-braun, grün bis hin zu violett. Auch die Formenvielfalt ist beeindruckend: kugelig, spießförmig, eiförmig, ….

  2. Struktur: manche Knospen fühlen sich samtig an, sie die Walnuss zum Beispiel. Mache sind ganz glatt oder behaart. Bei Behrührung mancher Knospen werden die Finger ganz klebrig. Zum Beispiel bei der Rosskastanie und Pappel. Die Bienen holen sich dieses Harz für ihr Propolis.

  3. Knospenarten : Es gibt Blütenknospen, Blattknospen und gemischte Knospen. Weiters unterscheiden wir noch zwischen Endknospen und Seitenknospen.Walnuss knospe wildnis

  4. Knospenanordnung: Endknospen sitzen am Ende eines Astes. Sie sind somit für das Längenwachstum zuständig und sind meist etwas größer. Sie kommen einzeln aber auch in der Gruppe vor. Seitenknospen werden oft in den Achseln des Vorjahresblattes gebildet. Sie verhelfen dem Baum oder Stauch zu mehr Breite. Sie sind am Ast wechselständig oder gegenständig angeordnet. Achte auch darauf, ob die Knospen abstehend oder anliegend sind und vielleicht sogar einen Stiel haben?

    knospen gegenständig wechselständig

  5. Knospenschuppen: Um sich vor der Kälte und Verdunstung zu schützen entwickeln die Knospen meist besondere Knospenschuppen. Die Schuppenanzahl kann variieren von einer einzigen (Weide) bis hin zu vielen (Eiche). Bei der Sprossentfaltung fallen die Schuppen einzeln oder als Mütze ab, sie verbleiben ganz oder teilweise am Baum/Strauch und verwittern nach und nach. Die Schutzfunktion der Knospenschuppen können auch junge Laubblätter übernehmen, wie es zum Beispiel beim wolligen Schneeball der Fall ist.

  6. Blattnarben: Die Stelle, an der das Blatt mit dem Baum verbunden war, um von ihm über Leitbündel versorgt zu werden, kannst du nach Blattabfall bei manchen Bäumen sehr gut erkennen. (Roßkastanie, Walnuss)

Nahrung

Neues Leben entsteht:

In den Knospen sind die zukünftigen Blätter und Blüten angelegt, es ist unglaublich was da aus so einer kleinen Knospe alles herauswächst. Sie verkörpern konzentrierte, geballte, vitale Kraft. Knospenzellen enthalten mehr genetisches Material als andere Pflanzenteile. Die Knospe enthält das gesamte Potential und alle lebenswichtigen Informationen, und wird aus diesem Grund auch als Embryonalgewebe bezeichnet.

Kurz vor dem Aufgehen der Knospe im Frühjahr ist die Zeit der höchsten Wachstumskraft und der beste Zeitpunkt, um sich mit dieser Knospenpower aufzuladen! Die spezielle Zusammensetzung des hochaktiven Empryonalgewebes der Knospe aus schützenden Proteinen und Phytohormonen sowie Enzyme, Kohlenhydrate, ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe machen sie zu einem Powerpaket.

Wichtig bei der Ernte:

Baumknospe 100% eindeutig bestimmen können.

Immer nur ein paar Knospen eines Astes nehmen und nicht die Endknospe. Bedenke die Konsequenzen deiner Ernte für den Baum!

Standort: Wo ernte ich?

Dankbarkeit – was kann ich geben

Leckere Knospen zum Testen:

  • Linde meine Nummer 1

  • Birke

  • Hagebutte

  • Johannisbeere

  • Haselnuß

  • Buche

  • ……

    Survivalnahrung pur – Superfood

Medizin

Nahrung und Medizin waren immer sehr eng miteinander verbunden. Über die Nahrung nimmst du gleichzeitig deine Medizin zu dir!

Die Pflanzen, die in deiner Umgebung wachsen, wissen auch was du brauchst und was gut für dich ist. Es gibt einige Bücher auf dem Markt, die dich in die Heilkraft der verschiedenen Baum- und Strauchknospen einführen. Du kannst die Wirkung der Knospe auf deinen Körper auch selbst erforschen, indem du darauf achtest, zu welchen Powerpaketen es dich hinzieht und wie dein Körper darauf reagiert. Vielleicht verraten sie dir auf die alte Art und Weise, was alles in ihnen steckt!

Die Heilkraft der Pflanzenknospen kannst du dir auf verschiedene Art zugänglich machen.

  • Nahrung

  • Tee

  • Tinktur

  • Salbengrundlage (Ölmazeration der Knospen)

  • Gemmomittel (Mazeration frischer Knospen in Alkohol, Glyzerin und Wasser)

Also dann viel Spaß beim Eintauchen in die faszinierende Welt der Knospen!

Wenn dich die Dinge draussen in der Wildnis interessieren und du noch mehr wissen willst, dann empfehlen wir dir unsere Survivalprogramme

Der Survival Standardkurs ist einer der dir so alles zeigen kann, was du brauchst.

Sandra von Wildnis.at

Sandra Wildnistrainerin

Wildnis Survival Basiskurs

Wildnis und die Orientierung – Wie finde ich nachHause?


2 Comments

Rose Schnell · Januar 18, 2019 at 2:35 pm

Liebe Knospenfreunde, da ist es mir vor zwei Jahren passiert, das ich im Rahmen einer Kräuterausbildung zur Medizinherstellung von meinem schwarzen Jaohannisbeerstrauch Knospen genommen hatte. Beim Ernten – beim eintnehmen – bekam ich ein immer stärkeres Gefühl von: Sei bloß behutsam! Jede Knospe ist für den Strauch wichtig für Blätter, Äste und Früchte!
Ich nahm nur wenig – in meinem Gläschen sah es wirklich verschwindend wenig aus.
Es war kein gutes Gefühl. Das Wort Embyo schwang mit. Könnte ich nicht warten, bis der Strauch mir seine Früchte schenken würde? Und ebenfalls seine Blätter, die vom Volumen so viel mehr sind.
Liebe Knospenfreunde, ich hatte wirklich kein gutes Gefühl bei dieser Handlung, die Knospen zu entnehmen. Vergangenes Jahr hat mir der Johannisbeerstrauch dann kaum Früchte gebracht – obwohl ich wirklich nur sehr wenige Knospen entnommen hatte.
Ich nehme keine Knospen mehr für Medizin. Vielleicht nasche ich mal hier und da eine, aber auch wirklich nur EINE, aber für ein Gramm zum Medizin Machen brauche ich schon zu viele Knospen.
Ich will sie auch nicht als Superspeise essen, dafür schenkt mir der Strauch seine Samen und Früchte. Von den Embyos lasse ich die Finger.
So fühlt sich das für mich an.
Viele liebe Grüße von Rose

Rose Schnell · Januar 18, 2019 at 4:19 pm

Ich habe 2018 im frühen Frühjahr im Rahmen einer Kräuterausbildung Knospen gesammelt, unter Anderem auch von meinem schwarzen Johannisbeerstrauch. Da ich diesen Strauch sehr schätze wegen seiner Früchte, war ich sehr behutsam und pflückte nur sehr wenige Knospen. Für die Medizin brauchte ich allerdings schon ein paar. Ich merkte, dass ein einziges Gramm schon etliche Knospen braucht und mein Gefühl wurde immer schlechter!
Es fühlte sich nicht richtig an, dem Strauch seine Embyos zu nehmen – der Strauch schenkt mir seine Früchte und auch seine Blätter gerne, ich muss ihn ja sogar beschneiden, damit er gute Früchte hervor bringt – ihm aber seine Knospen zu nehmen, das fühlte sich im Laufe der Handlung wirklich falsch an.
Voriges Jahr im Sommer, also nach der Entnahme der Knospen, hatte er mir dann lediglich eine Hand voll Beeren geschenkt, völlig anders als in den Jahren zuvor.
Durch diese Handlung und durch dieses Gefühl nehme ich Abstand davon, den Bäumen und Sträuchern ihre Knospen abzunehmen, weder für Tee noch für Medizin noch zum Essen.
Viele Grüße von Rose

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